Mein Thesis-Spielchen


Vor einiger Zeit habe ich Freunden auf meinem privaten Instagram-Profil eine Frage gestellt und “Mein Thesis-Spielchen”. Zu sehen war das Bild, das ich euch auch hier zeige (in etwas veränderter Form, weil das erste Bild von der Kamera meines Smartphones war) und dazu die Frage: „Was könnte das wohl sein?“

Die Antworten waren echt unterhaltsam und ich für meinen Teil habe das Spielchen ziemlich genossen und werde es vielleicht irgendwann in ähnlicher Form wiederholen. Hier aber erstmal ein paar ausgewählte Antworten aus der ersten Runde:

  • „Fußballvereine und Segelclubs, in denen Alexander der Große Mitglied war… Oder!?“
  • „Orte, an die du noch reisen willst?“
  • „Irgendwas mit Geschichte“
  • „Weltherrschaftspläne Teil 1?“
  • “Römer. Überall Römer.”
  • “Die Verbreitung von etwas in der Antike? Sprachgebiete? Die Fähnchen sind Hauptstädte”

Ich habe natürlich auch eine Auflösung nach dem Spiel gegeben, die ich hier noch ein bisschen ausführen möchte. Und gleichzeitig ist das dann der erste Blogbeitrag zu meiner Thesis, zu meiner Dissertation. Yeah! Ich gebe mein bestes, dass noch viele weitere Beiträge folgen.

Die kurze Antwort war die bloße Erklärung, dass es sich um zehn Orte in fünf grob abgegrenzten Regionen handelt, an denen Heiligtümer oder Kulte des antiken Heilgottes Asklepios (im Römischen dann Aesculap(ius)) zu finden sind, die ich in meiner Arbeit genauer betrachten will. Die Orte sind dann von West nach Ost: Thamugadi (heute Timgad in Algerien), Karthago, Rom, Agrigent (auf Sizilien), Epidauros, Athen, Pergamon, Kos, Alexandria in Ägypten, Antiocha am Orontes (heute Antakya in der Türkei).

Aber was mache ich damit denn nun genau? Recht einfach: In meiner Arbeit geht es um die Verbreitung des Asklepios-Kultes und die Auswirkungen auf die Städte. Hat sich das Wachstum gegenseitig beeinflusst? Finden sich Parallelen bei den Personen in Heiligtum und Stadt? Verläuft das Wachstum überall gleich oder gibt es signifikante Unterschiede? Gibt es vielleicht sogar Unterschiede innerhalb der Regionen? Wurde das Wachstum von Heiligtümern beschleunigt, damit mehr Leute dorthin gehen, um dann in der Stadt Geld auszugeben? Ist das ganze vielleicht sogar vergleichbar mit modernem Medizintourismus?

Warum dieses Thema als Thesis?

Das Thema der Thesis mag auf den ersten Blick reichlich unspektakulär klingen, ist für die altertumswissenschaftliche Forschung aber gar nicht mal so irrelevant. Oft wurde schon die Frage gestellt, wie etwas aussieht und weshalb es so aussieht. Aber bisher selten ist die Frage, wie etwas dazu gekommen ist, so auszusehen, wie es aussieht. Verstanden? Nein? Macht nichts, ich erkläre es euch.

Oftmals liegen Schwerpunkte bei der urbanistischen Forschung, also der Forschung zu Städten, auf der Frage: Wie wird bzw. wurde etwas wahrgenommen und welchen Zweck hatte es? Das ist jetzt schon sehr weit heruntergebrochen, aber soll an dieser Stelle ausreichen. Um diese Frage zu klären, wird dann neben einer detaillierten Beschreibung und Analyse des Gegenstandes oder Gebäudes meist nur kurz die Entwicklungsgeschichte angerissen. Ich werde mich dann aber mit einem größeren Rahmen befassen und mal sehen, wie Städte eigentlich gewachsen sind. Dafür nehme ich einen bestimmten Faktor, eben die Heiligtümer, und schaue nach deren Einfluss.

Ich hoffe das war soweit verständlich, dass ich in Zukunft auch andere Sachen zu meiner Dissertation zeigen kann ohne alle zu verwirren, was denn der komische Mann da macht. Und wenn ihr euch jetzt noch fragt, wer eigentlich dieser Asklepios (Aesculap(ius) heißt er im Latinischen) ist, dann könnte das abschließende Bild vielleicht ganz hilfreich für euch sein. Vermutlich kennt ihr den Namen von Apotheken und Krankenhäusern. Das ist dann schon gar nicht mal schlecht.

Wenn aber jetzt noch Unklarheiten bestehen oder ihr euch einfach generell für meine Thesis oder Teilaspekte davon interessiert, fragt einfach nach. Ich beantworte euch die Fragen gerne. Meldet euch einfach bei mir oder stellt eure Fragen in den Kommentaren!

Asklepios-Stab Thesis